Was nun? Woher kommt es und wie wird man es wieder los?
Die CMD ist in der heutigen Zeit ein weit verbreitetes Leiden, dass nicht immer als solches erkannt wird.

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Alltagsbedingte Stresssituationen lassen sehr oft Begleitsymptomatiken wie z.B.: Kopfschmerz, Ohrgeräusche (Tinnitus), Kieferschmerzen, und Schwindel entstehen. Diese Stresssituationen verursachen Schutzreaktionen, die dann zu erhöhten Muskelspannungen führt. Die Folge der Muskelspannung ist durch das alltägliche Knacken, Knirschen erkennbar und kann bis zur Einschränkung der Mundöffnung führen.
Die Manifestierung der Schulter- Nackenmuskulatur ist in der
„Ganzheitlichen Untersuchungsmethodik“ auch als Schmerz- Dysfunktions- Syndrom bekannt. Die enge Verknüpfung der oberen Quadratusmuskulatur mit der Kiefermuskulatur und die Beziehung der Okklusion (Zusammenschluss) zwischen Oberkiefer und Unterkiefer, sowie das damit verbundene Nervensystem, können bei vorhandenen Störungen, Dysfunktionen unterschiedlichster Schweregrade auslösen.
Die Anzahl der Patienten mit einem derartigen Krankheitsbild ist alarmierend und steigt täglich.

Das mag zum einen daran liegen, dass das Kiefergelenk in seiner Funktion in der Vergangenheit eher etwas „Stiefmütterlich“ behandelt worden ist, zum anderen haben sich Aufgrund fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse ganz neue Behandlungsstrategien entwickelt.
Eine davon ist die Manuelle Therapie/ Physiotherapie bei CMD.

 

Eine weitere wichtige Untersuchung wird von einem Zahnarzt oder Kieferorthopäden vorgenommen.

Eine Röntgenuntersuchung (Panoramaaufnahme) ist für die fundierte Diagnosestellung und damit eine gezielte therapeutische Behandlung Unumgänglich. In diesem Beispiel sind die unterschiedlichen Kiefergelenksstellungen (blaue Pfeile) gut zu erkennen. Der rote Pfeil zeigt einen aggressiv wachsenden Backenzahn, der auf der unteren rechten Kieferreihe alle Zähne verschiebt.

Zu den weiterführenden Behandlungen durch den Zahnarzt gehört dann das anpassen einer Aufbissschiene. Damit eine richtige Schiene angepasst werden kann sind manchmal mehrere Messungen notwendig.
Diese Untersuchung sollte jedoch ein gut ausgebildeter Zahnarzt vornehmen, der sich auf dem Gebiet der CMD vorgebildet hat. Regulierende Aufbissschienen die oftmals nur 1/10 mm korrigieren, können als Nachtschiene, aber auch als Ganztagsschiene angepasst werden.

Es gibt Regulationsschien oder Schutzschienen die in erster Linie die Zähne vor Abrieb schützen.

Jeder Patient ist von seiner Struktur und Empfindung individuell. Durch die Aufbissjustierung kann es zu Irritationen im Körper und zu Störung der Biomechanik kommen.
Diese Irritationen können eine Anfangsverschlimmerung nach sich ziehen.
Durch gezielte manuelle Therapie (MT) und Physiotherapie kann eine solche Anfangsverschlimmerung entgegengewirkt werden.

Ein weiterer Punkt ist Augenstellung. Durch falsch angemessener Brillen und Brillengläser, kann es zu unphysiologischen Kopfhaltungen kommen, wodurch weitere Muskelspannungstörungen auftreten können.
Ein Optiker besuch ist zu empfehlen.

Wichtig !

Für alle Frauen (und Männer) die sich gerne die Haare beim Frisör waschen lassen.
Durch das ablegen der Halswirbelsäule (HWS) auf den Beckenrand des Waschbeckens, besteht die große Gefahr, durch translatorische Verschiebung der Halswirbel eine nachhaltige Verletzung der HWS und der Halswirbelbandscheiben, herbeizuführen.
Eine unsachgemäß grobe Behandlung kann zum Bandscheibenvorfall in der HWS führen.

Die orthopädische Untersuchung ist eine ganzheitliche.

Das Zahn/Kiefersystem bildet mit der HWS eine cranio/sacrale Einheit, die über Muskelketten als Gesamteinheit für das gesamte Skelett anzusehen ist.
Eine Störung dieses Muskelsystems zieht eine komplette Lagerungsveränderung nach sich, die vom Körper anderweitig kompensiert wird.
So kann z.B. ein Beckenschiefstand mit scheinbarer Beinlängendifferenz als Ausgleich zu einer Skoliose (Verkrümmung der Wirbelsäule) führen und dadurch die Kiefergelenkslage beeinflussen.
Anderseits kann sich ein ungünstiger Biss auf das gesamte Skelettsystem auswirken und einen funktionellen Beckenschiefstand herbeiführen.

 

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Durch das Vorschieben des Kopfes wird der Unterkiefer durch muskuläre Einflüsse hinten gehalten. Es entsteht ein „Überbiss“.
Wird der Kopf Aufgrund einer zu steil gestellten HWS zurückgezogen, wird der Unterkiefer nach vorne gegen die oberen Schneidezähne gedrückt. Es entsteht ein „Unterbiss“.

Die HWS ist Aufgrund ihrer recht hohen Beweglichkeit zum einen und durch ihre recht schwache Muskulatur zum anderen, ein sehr empfindlicher Bereich.

 

Physiotherapeutische Untersuchung

Funktionsdiagnostik „7er Test“

  1. Asymmetrien der Mundöffnungs- und Schließbewegung
  2. Einschränkung der Mundöffnung
  3. Kiefergelenksgeräusche
  4. Okklusale Geräusche (Beurteilung des Schlagschalls beim Zubiss)
  5. Muskelpalpation mit Kontrolle der Gesichtssymetrie (Gesichtsform)
  6. Zentrische Relation (Retrobruxismus)
  7. Traumatische Exentrik

 

Eigenübungen für das Kiefergelenk

Die nachfolgenden Übungen sollen helfen, Ihr Kiefergelenk optimal zu positionieren, damit Schmerzen und Gelenkgeräusche nachlassen. Trainieren Sie in Ruhe und mit Konzentration. Achten Sie darauf, ob sich die Übungen zu beiden Seiten gleich anfühlen. Sollte es bei den Übungen Schmerzen verspüren, informieren Sie Ihren Therapeuten.

  1. Schieben Sie Ihr Kinn bei leicht geöffnetem Mund vor.
    Halten Sie diese Spannung 5 Sekunden.
  2. Schieben Sie Ihr Kinn weit nach vorne, anschließend den Mund weit öffnen. Dann wieder schließen und das Kinn zurück nehmen. Diese Übung 3-5-mal wiederholen.
  3. Das Kinn zur Linken und zur rechten Seite schieben. Schnelles hin- und her- bewegen lockert die Muskulatur.
  4. Das Kinn gegen den Widerstand der Hand nach links und rechts bewegen. Spannung ca. 5 Sekunden halten.
  5. Das Kinn gegen Widerstand nach vorne schieben.
    Spannung ca. 5 Sekunden halten.
  6. Die Fingerspitzen vor die Ohren legen.

 

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